Auf der hohen Welle bleiben

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Auf der hohen Welle bleiben


January 15, 2024




Die Lage der Nation: Auf der hohen Welle bleiben

 

von Sascha Staat

 

Zwei Siege in zwei Spielen, das ist die nackte Bilanz des deutschen Teams bei dieser EHF Euro. Die Art und Weise fiel dabei unterschiedlich aus. Totale defensive Dominanz zum Auftakt gegen die Schweiz, offensiv deutlich flexibler und spektakulärer in der Begegnung mit Mazedonien. Insgesamt betrachtet Überzeugend, denn Gastgeber starten gerne mal ein wenig holprig in ein Turnier. Trotzdem wirkten die Akteure im Anschluss sehr ruhig.

„Es gibt keinen Grund jetzt abzuheben“, sagte Timo Kastening nach der Partie. „Ich habe auch noch keine Ich-AGs wahrgenommen. Es ist aber dennoch wichtig, dass möglichst viele Selbstvertrauen und Sicherheit bekommen, indem sie auf der Platte stehen.“ Ein Punkt, der stark ins Auge fiel, denn ein wenig überraschend, zumindest was den Zeitpunkt angeht, entschied sich Alfred Gislason für den ein oder anderen Wechsel, was extrem gut funktionierte.

Akteure wie Justus Fischer, Sebastian Heymann oder auch der junge Keeper David Späth kamen ins Spiel und konnten überzeugen. Vor allem deswegen ein gutes Zeichen, weil Gislason auf seinen Stationen in der Vergangenheit, auch in seiner Rolle als Bundestrainer, gerne einer kleinen Gruppe Vertrauen schenkte und es für die Spieler dahinter schwer  war ihren Platz zu finden. Nun macht es den Anschein, als sei der Isländer gewillter auch der zweiten Reihe Chancen einzuräumen.

Zu den Spielern in dieser zweiten Reihe gehört auch Rune Dahmke, dessen Rolle im Teamgefüge aber nicht zu unterschätzen ist. Er ist das perfekte Beispiel dafür, dass eine Mannschaft nur im Gesamten erfolgreich sein kann. Er sprach davon, dass man sich auf einer Welle befinden würde und das Team nun genau auf dieser bleiben müssen. Auch die Integration der jungen Spieler hob er hervor, obwohl er persönlich beispielsweise unter der tollen Entwicklung von Lukas Mertens leidet.

Wer den Akteuren in der Mixed Zone, insbesondere nach dem zweiten Spiel aufmerksam zuhörte, der spürte eine Mischung aus Euphorie und Freude, aber auch eine gewisse Vorsicht. Wobei das vielleicht gar nicht das passende Wort ist. Zurückhaltung trifft es eventuell besser. Niemand möchte abgehen, weil man in den ersten Partien der Favoritenrolle gerecht geworden ist.  Alle wissen, dass es für einen Einzug ins Halbfinale noch einer Steigerung bedarf.

Das gilt für den kommenden Gegner, Frankreich, noch ein wenig mehr. Denn das Unentschieden vom Sonntag gegen die Schweiz sorgte im Lager des Olympiasiegers nicht gerade für große Freude. Nikola Karabatic sieht sich und seine Kollegen aber gewappnet und sprach beim Media Call davon, dass man darauf vorbereitet sei vor allem mit dem Heimvorteil von Deutschland zurechtkommen zu müssen. „Wir haben genug Erfahrung gegen Gastgeber zu spielen“, sagte der Franzose.

Das, und die enorme Ruhe selbst in kritischen Situationen, könnte zum großen Vorteil für die Equipe Tricolore werden. Seit gut 20 Jahren kämpfen sie, trotz eines Generationswechsels, am Turnierende immer wieder um Medaillen. Aus dem aktuellen Kader des deutschen Teams weiß fast kein Akteur, wie sich das anfühlt. Das trifft besonders auf die Schlüsselspieler wie Juri Knorr, Julian Köster oder Johannes Golla zu, denen genau diese Erfahrung fehlt.

Fazit: Möchte Deutschland zwei Punkte mit in die Hauptrunde nehmen und weiter vom Einzug ins Halbfinale träumen, muss alles passen. Dann ist man weiter auf der richtigen Welle unterwegs.

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