Das Rennen geht weiter

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Das Rennen geht weiter


November 6, 2023




von Sascha Staat

 

Die Lage der Nation: Das Rennen geht weiter

 

Zeit, dieses Wort spielt im Zusammenhang mit Nationalmannschaften seit jeher eine Schlüsselrolle. Denn während Vereinsmannschaften im täglichen Training Dinge leichter erarbeiten können, haben es die Ländervertretungen deutlich schwerer. Der Feinschliff, er muss passen, nur so ist es möglich erfolgreich zu sein. Was das mit der DHB-Auswahl zu tun hat? Eine Menge, denn in zwei Wochen beginnt bereits die letzte Vorbereitungsphase für die Weltmeisterschaft in Dänemark.

Im finalen Testspiel vor heimischer Kulisse, am Tag des Handballs, waren gegen Ungarn viele sehr gute Ansätze zu sehen. Das deutsche Frauen Team spielte sich viele hochkarätige Chancen heraus, davon ließen die Spielerinnen von Markus Gaugisch aber einige liegen. Hier ist Luft nach oben, manchmal wirkt der Abschluss ein wenig hektisch und mit zu wenig Köpfchen. So sahen es die Beteiligten auch nach der Partie selbst. Das Ergebnis von 29:25 spielte in der Analyse keine sonderlich große Rolle.

Vergessen darf man allerdings nicht, dass Ungarn aktuell sicherlich nicht zur Weltspitze gehört. Und Bundestrainer Gaugisch nutzte die Gelegenheit vor einer sensationellen Kulisse, um in der Defensive eine neue Variante zu testen. Skeptiker könnten nun denken das wäre zu spät, Optimisten sehen den Vorteil, den das mit sich bringen könnte. Die Gegner sind nicht darauf eingestellt, Deutschland hat so eine taktische Variante mehr im Köcher. Mutig und gut so, kein Grund um skeptisch zu sein.

Ganz im Gegenteil, denn je flexibler das DHB-Team taktisch agieren kann, desto besser. Und in Xenia Smits besitzt man eine Abwehrchefin, die sich in einer absoluten Topform befindet. Sie agiert in der Champions League bislang auf allerhöchstem Niveau, Woche für Woche. Die Defensive, die mit der Rückkehr von Julia Behnke nochmal an Erfahrung und Qualität dazugewonnen hat, sollte mit den besten Mannschaften der Welt mithalten können.

Nun gilt es, wenn in zwei Wochen die letzte Vorbereitungsphase vor dem WM-Start beginnt, noch an der Effizienz und Variabilität im Angriff zu feilen. Unglücklich war, dass Viola Leuchter gegen Ungarn kurzfristig nicht zur Verfügung stand. Maren Weigel wusste als Ersatz der jungen Leverkusenerin auf jeden Fall zu überzeugen, über die gesamte Dauer des Turniers könnte das aber zu eng werden. Noch ist auch nicht klar, ob Alicia Stolle und/oder Julia Maidhof rechtzeitig wieder fit werden.

Das ist allerdings nötig, um Xenia Smits nicht wieder auf die halbrechte Position zu ziehen, denn sie fühlt sich auf der linken Seite augenscheinlich wohler und vor allem ihr Zusammenspiel mit Kapitänin Alina Grijseels funktioniert hervorragend.  Die beiden harmonieren aufgrund ihrer Spielweise sehr gut miteinander. Zudem können Emily Bölk und Annika Lott, die sich von Smits und Grijseels in ihrer Art unterscheiden, mit ihrer Wurfstärke für die nötigen, leichten Tore sorgen.

Im Tor muss sich Gaugisch wohl gar keine Gedanken machen. Noch fehlt Katharina Filter in Brest ein wenig die Konstanz, aber sie zeigte bei ihrem neuen Verein schon einige sehr starke Leistungen. Und Sarah Wachter, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Nummer zwei mit nach Dänemark fahren wird, konnte in München absolut überzeugen. Auch Nicole Roth machte ihre Sache ordentlich.

Wenn jetzt noch die Treffsicherheit vom Kreis und Rechtsaußen zurückkommt, dann kann es eine sehr gelungene Weltmeisterschaft werden. Weniger als vier Wochen vor dem Start des Turniers und dem Auftaktspiel gegen Japan kann die Fragt, ob die Zeit reicht, etwas klarer als noch bei den letzten Spielen beantwortet werden. Das Timing des Bundestrainers scheint aktuell zu stimmen.

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