Die Lage der Nation: Das Puzzle könnte bald komplett sein

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Die Lage der Nation: Das Puzzle könnte bald komplett sein


March 6, 2023




von Sascha Staat

 

Es war definitiv anschaulich, was die deutschen Frauen in den beiden Testspielen gegen Ungarn und Polen am vergangenen Wochenende zu bieten hatten. Natürlich hat nicht alles gepasst, aber das war auch gar nicht nötig. Denn im Vergleich zur Europameisterschaft war an einigen Stellen ein Fortschritt zu erkennen. Sicherlich gab es auch Phasen, in denen es nicht rund lief. Allerdings machte das Turnier gegen zwei solide, wenn auch nicht überragende Gegner durchaus Mut.

Denn die beiden vielleicht größten Kritikpunkte waren im November fehlende Alternativen und der Positionsangriff, der zu leicht ausrechenbar war. Genau daran hat Markus Gaugisch nun gearbeitet. „Der Fokus lag dieses Mal auf dem Angriffsspiel“, sagte der Bundestrainer nach dem Sieg gegen die Polinnen am Sonntag. „Wir haben den Rückraum ins Spiel gebracht und waren insgesamt variabler. Es freut mich, dass wir hier einen Schritt nach vorne gemacht haben.“

Das war bereits gegen Ungarn zu erkennen und setzte sich in Abwesenheit der angeschlagenen Alina Grijseels auch am Sonntag fort. Denn Annika Lott gab erneut eine gute Figur ab, Xenia Smits brachte eine Menge Tempo uns Spiel und die Tore verteilten sich auf viele unterschiedliche Spielerinnen. Außerdem war zu erkennen, auf welche Qualitäten Gaugisch vor ein paar Monaten hatte verzichten müssen, als Antje Döll und Amelie Berger auf Außen die Europameisterschaft verpassten.

Der Coach lobte im Nachgang die Breite des Kaders nochmals ausdrücklich, gerade in Bezug auf den Rückraum und die taktischen Möglichkeiten. „Viola Leuchter hat zum Beispiel am Freitag ein paar Tore von “Downtown” gemacht, Julia Maidhof und Annika Lott heute. Wir haben vom Kreis getroffen, von den Außen. Deshalb bin ich mit dem Angriffsspiel absolut zufrieden“, meinte Gaugisch. Und das konnte er auch sein.

Aber wie bereits erwähnt gab es Phasen, in denen es nicht passte. In den ersten 30 Minuten war gegen Polen „Tag der offenen Tür.“ Logischerweise waren dem Bundestrainer 17 Gegentore deutlich zu viel. Das habe man aber in der Halbzeit angesprochen und danach sehr gut, mit anderen Mitteln gelöst, sagte er. So bekam Xenia Smits in der Defensive eine andere taktische Rolle, die beim Gegner sofort für Probleme sorgte.

Sie war es auch, die zwei Tage zuvor von einem Puzzle sprach, das sich langsam aber sicher, Stück für Stück, zusammensetzen würde. Eine Metapher, die es besser kaum beschreiben könnte. Denn zuletzt fehlte immer ein kleines bisschen, um am Ende das große Ziel zu erreichen, in Fall der DHB-Auswahl das Halbfinale oder der Gewinn einer Medaille. Oft fehlte nicht viel, um sich diesen großen Traum zu erfüllen. Doch Hartnäckigkeit und Geduld scheinen der richtige Weg zu sein.

„Wichtig ist die Basis, die haben wir“, stellte Gaugisch am Sonntagnachmittag fest. Ganz besonders gefiel ihm, dass seine Mannschaft seine Vorgaben gut umsetzte. In allen Facetten des Angriffsspiels waren aus seiner Sicht Fortschritte zu erkennen. Nun gilt es beim nächsten Lehrgang, rund um die WM-Playoffs gegen Griechenland im April, das Puzzle möglichst fertigzustellen, um endgültig durchzustarten. Die Chancen darauf stehen gut, wenn alle hartnäckig und gleichzeitig geduldig bleiben.

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