“Wir müssen einen guten Start erwischen!”

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“Wir müssen einen guten Start erwischen!”


December 14, 2021




Für Dinah Eckerle lief das Spiel gegen Dänemark, wie für das ganze deutsche Team, nicht wie erhofft. Die Torhüterin selbst konnte sich zwar mehrfach auszeichnen, die hohe Pleite aber nicht verhindern. Doch das ist bereits vergessen, denn im Viertelfinale wartet mit Spanien ein komplett anderer Gegner. Im Interview blickt Eckerle nochmal kurz zurück, spricht über die Bedeutung des Viertelfinals und die Chancen gegen die Gastgeberinnen.

Die Hoffnung war vor dem Spiel gegen Dänemark groß, dass ihr euch mal gegen eine Mannschaft, die alle stärker einschätzen, auch beweisen könnt. Warum hat das eigentlich nicht geklappt?

DE: Ich glaube da gibt es viele Gründe. Bei uns hat so gut wie gar nichts von dem funktioniert, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten natürlich Vollgas geben und den Dänen auch ein bisschen was entgegensetzen. Es hat einfach nicht funktioniert. Wir waren sehr zaghaft, gerade im Angriff in Bezug auf die Torabschlüsse. Sie haben natürlich auch eine top Abwehr mit einer überragenden Torhüterin hingestellt. Und das hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Es war natürlich schade, dass es dann auch in der Höhe so ausgefallen ist. Das entspricht nicht dem Leistungsniveau.

Nein, das glaube ich auch nicht. Was kann das denn mental mit euch machen?

DE: Wir sind auf dem Feld sogar noch mal direkt zusammengekommen und Henk Groener meinte auch, dass das jetzt alles nichts mehr bringt. Wir müssen das Spiel sofort vergessen und abhaken. Wir werden da jetzt auch nicht drüber sprechen oder es analysieren, weil es daraus keine guten Schlüsse zu ziehen gibt. Deswegen haben wir eine Nacht drüber geschlafen und dann ging es eigentlich schon wieder direkt weiter mit dem Fokus auf das Viertelfinale.

Ihr habt in fünf von sechs Spielen aber gute bis sehr gute Leistung gebracht. Kann man bisher zufrieden sein?

DE: Zunächst mal war es enorm wichtig, dass wir das Viertelfinale schon gegen Südkorea klar gemacht haben und wir nicht noch gegen Dänemark unter diesem Zugzwang standen. Und ich finde auch, wir spielen ein gutes Turnier. Wir haben einen super Spirit in der Mannschaft. Das sieht man, glaube ich, auch von draußen. Wir genießen die Zeit zusammen und es wäre schade, wenn wir uns dafür nicht noch mehr belohnen könnten.

Was glaubst Du welche Bedeutung dieses Spiel gegen Spanien eigentlich für den deutschen Frauenhandball hat? Nicht nur was dieses Turnier angeht, sondern auch die nächsten Jahre?

DE: Das hier ist eine WM und das größte Event im Frauenhandball. Und das hat eine riese Bedeutung für den DHB und für die Vereine in Deutschland. Und deswegen wollen wir auch auf jeden Fall ins Halbfinale kommen. Das lockt die Mädchen in die Vereine und macht den Frauenhandball in Deutschland auch ein bisschen populärer als er im Moment ist. Und genau das wollen wir auch erreichen. Ich finde die die Resonanz, die wir aus Deutschland bekommen, ist sehr gut. Wir haben viele Fans, die uns über Sportdeutschland.TV zuschauen und das freut uns auch ungemein.

Gut, dass Du es ansprichst. Sportdeutschland.TV ist kein Fernsehsender. Ärgert es euch? Auch was die Berichterstattung vor Ort angeht muss man sagen, dass eigentlich immer nur die gleichen vier, fünf Leute berichten…

DE: Wir waren es aus den letzten Jahren nicht anders gewohnt. Ich finde es erstmal schön, dass es überhaupt übertragen wird.

Das ist doch aber das Mindeste!

DE: Ja, das stimmt. Und natürlich ist es auch cool zu sehen, wie jetzt zum Beispiel die Dänen das allgemein oder jetzt konkret hier in Spanien aufziehen. Das ist schon Wahnsinn. Die haben zwei große TV-Studios, die machen das ganz professionell. Es liegt eine ganz andere Aufmerksamkeit auf dem ganzen Team und erhöht natürlich auch den Druck von außen. Umso mehr mediale Präsenz, umso höher der Druck. Ich bin froh, dass es übertragen wird und wenn ein TV Sender mal kommen sollte und sagt, ja, machen wir, würde ich auch nicht nein sagen.

Mit eurer sportlichen Leistung hättet ihr es euch auf jeden Fall verdient. Mal gucken was noch so passiert, solltet ihr ins Halbfinale kommen. Gucken wir mal aufs Sportliche, ihr kennt diese Mannschaft. Kurz vor dem WM-Start habt ihr gegen Spanien gespielt und mit einem Tor verloren. Ich hatte in dem Spiel schon das Gefühl, dass ihr eigentlich besser seid. Was könnt ihr aus dem Spiel lernen und mitnehmen?

DE: Wie Du sagst war das in Madrid eigentlich ein ganz gutes Spiel von uns. Wir haben auch geführt und am Schluss nochmal ein paar Probleme gehabt. Wir können daraus mitnehmen, dass wir wirklich konsequent unsere Dinger rein machen müssen. Das wird sehr wichtig, weil Silva Navarro eine sehr erfahrene Torhüterin ist , die bisher ein sehr gutes Turnier spielt. Da müssen wir die Dinger machen, denn ansonsten machen wir uns das Leben schwer. Die spielen einen schnellen Ball. Wenn wir da zu viele Bälle liegen lassen, machen sie schnelle Kontertore. Das darf uns nicht passieren.

Ihr werdet in diesem Spiele eine Halle erleben, die komplett gegen euch sein wird. Vielleicht gibt es den einen oder anderen Pfiff, über den man danach diskutieren wird. Wie könnt ihr in engen Phasen bestehen?

DE: Ich denke es wird wichtig sein, dass wir direkt einen guten Start erwischen, was uns gegen Dänemark nicht gelungen ist. Und da hat man gemerkt, dass es dann schwierig für uns war, mental wieder unsere Linie zurückzufinden. Und deswegen denke ich, dass das eigentlich der Knackpunkt sein wird. Wir müssen einen guten Start erwischen. Ich finde es eigentlich immer ganz cool, wenn man auch in einer Halle spielt, die vielleicht nicht auf der eigenen Seite steht. Es spornt ja auch an und es ist auch das erste Spiel, wo wir vielleicht mal eine richtig volle Arena haben werden. Das hatten wir bisher noch nicht und da freue ich mich eigentlich drauf.

In welchen Dingen seid ihr den Spanierinnen voraus?

DE: Ich denke, dass wir eine breitere und auch eine geschlossene Mannschaft haben. Klar, die Spanier, sind bekannt für ihren Kampf und für ihre Emotionen. Das werden sie auch zeigen. Aber ich denke, dass wir, wenn wir einen kühlen Kopf bewahren, auf jeden Fall mit unserer Cleverness und auch mit unserem breiten Kader auftrumpfen können.

/ Sascha Staat

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