Zeit für einen traumhaften Sommer

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Zeit für einen traumhaften Sommer


April 16, 2024




Die Lage der Nation: Zeit für einen traumhaften Sommer

 

von Sascha Staat

 

Zunächst gilt es zu gratulieren, denn die deutschen Handballerinnen haben sich für Olympia in Paris qualifiziert. Zum ersten Mal seit 16 Jahren bei den Spielen mit dabei, das ist einfach nur fantastisch. Glückwunsch! Aber was in Neu-Ulm passiert ist, kann weit über das nackte Ergebnis hinaus ein ganz wichtiger Meilenstein werden. Und damit ist nicht gemeint, dass morgen eine unendliche Zahl an jungen Mädchen in Deutschland bei einem Verein ums Eck eine Mitgliedschaft beantragen.

Aber auf ganz vielen Ebenen kann diese Teilnahme an Olympia dafür sorgen, dass die DHB-Auswahl in den kommenden Jahren einen gewaltigen Schritt nach vorne macht. Natürlich gilt es zunächst die Auslosung abzuwarten, bevor man konkret über die Ziele für Frankreich spricht. Allerdings nahm der Verbandspräsident Andreas Michelmann bereits am Sonntag das Wort Viertelfinale in den Mund und Bundestrainer Markus Gaugisch will „nicht als Tourist nach Paris fahren“.

Vielmehr als um diese olympischen Spiele selbst geht es allerdings um das, was beispielsweise eine lange Vorbereitung im Sommer diesem Team geben kann. Viele gemeinsame Tage im Trainingslager, harte Arbeit, viel Fleiß und mit Sicherheit auch viel Erschöpfung werden die Folge sein. Jedoch mit einem Ziel vor Augen, das die Mannschaft bereits in Neu-Ulm zusammenschweißte wie seit Jahren nicht. Das Ticket nach Paris, sie wollten es unbedingt.

Ja, das deutsche Team ging als Favorit in das Qualifikations-Turnier, aber auch dieser Rolle muss man, bei großem Druck und einer unglaublichen Erwartungshaltung, erstmal gerecht werden. Zweifel, dass es nicht klappen könnte, waren im Prinzip nach der Anfangsphase gegen Slowenien bereits ausgeräumt. Und gegen Montenegro folgte in gewissen Phasen sogar eine Kür. Spielerisch nicht immer brillant, aber mit dem Biss, der in der Vergangenheit oft den Gegner auszeichnete.

Endlich war der Glaube an die eigenen Fähigkeiten den Spielerinnen anzusehen, man konnte es am Spielfeldrand regelrecht spüren. Der Glanz in den Augen, die pure Freude im Gesicht nach den Toren, nach jeder gelungenen Aktion, es war Gänsehaut pur. Wann war das zum letzten Mal der Fall? Auch umgekehrt war es für die Mannschaft einmalig. Meike Schmelzer sagte, dass sie noch nie die Hymne von den Fans gesungen so laut gehört hätte und man sich dann „einfach zerreißt“.

Diese Einstellung braucht es für weitere Erfolge von nun an immer. Nicht, dass die Spielerinnen zuvor nicht schon alles gegeben hätten. Sich zu zerreißen ist aber eben noch ein bisschen mehr. Genau wie Alina Grijseels, die eine Woche zuvor noch weinend auf dem Boden der Halle in Heidelberg lag, weil sie sich am Knöchel verletzt hatte. Aber sie ging voran, mit dem großen Ziel vor Augen, dem großen Traum, Paris. Und so wurden bei ihr aus Tränen des Schmerzes Tränen der Freude.

Ob es dann in ein paar Monaten für mehr reichen wird? Endlich mal wieder ein Halbfinale? Oder gar eine Medaille? Sind nicht andere die Favoriten? Ja, aber das ist egal. Die Einstellung, der „intrinsische Glaube“, wie Schmelzer es bezeichnete, er ist da. Ihn kann man nicht auf Knopfdruck bekommen, es bedarf Hartnäckigkeit und Geduld. So ist das eben mit jedem Gefühl. Nun gilt es ihn zu behalten und entsprechend zu leben. Damit die Augen weiter glänzen.

Fazit: Die Tage von Neu-Ulm werden den deutschen Frauen auf dem Weg zu Olympia, der EHF Euro im Dezember und der Heim-WM 2025 enorm helfen. Es ist Zeit für einen traumhaften Sommer.

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