Zeit, um die Großen zu schlagen

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Zeit, um die Großen zu schlagen


December 10, 2023




Die Lage der Nation: Zeit, um die Großen zu schlagen

 

von Sascha Staat

 

Irgendwie ist es fast kaum zu glauben, diese neue Souveränität der deutschen Frauen. Wie schon gegen Rumänien gab es zu Beginn einen kleinen Stotterstart. Ohne Kapitänin Alina Grijseels, die mit einer Oberschenkelblessur passen musste, fehlte ein wenig die Struktur in der Offensive. Doch das interessierte die Mannschaft irgendwann nicht mehr, sie biss sich mal wieder rein. Über eine starke Defensive, die dem Gegner den letzten Nerv raubte.

Klar, Serbien war sicherlich nicht der Maßstab. Aber das heißt auch etwas. War es zur Halbzeit noch eng, war danach kein Kraut mehr gegen das deutsche Tempo gewachsen. Die Serbinnen kamen nicht mehr hinterher. Xenia Smits, Antje Döll oder die erneut starke Jenny Behrend machen eine Menge Alarm, so setzte sich die Gaugisch-Sieben nach und nach ab. Eben die neue Souveränität. Zweifel? Die scheint es einfach nicht zu geben, zumindest nimmt man sie nicht wahr.

Vergessen werden sollte nicht die wichtigste Nachricht des Spiels, das Viertelfinale wurde erreicht. Fünf Siege in fünf Partien, mit allen Facetten, die dieser Sport bietet: Mehr geht nicht! Ein Krimi zum Auftakt gegen Japan, ein Trainingsspiel gegen den Iran, totale Dominanz gegen Polen, ein Arbeitssieg gegen Rumänien und eine beeindruckende Souveränität gegen Serbien, viel mehr geht nicht. Wobei man eine starke erste Turnierphase jetzt noch krönen könnte…

Die Begegnung mit Dänemark am Montagabend ist aus vielen Gründen besonders interessant. Denn eine der ganz großen Handballnationen hat Deutschland lange nicht mehr in einer entscheidenden Turnierphase besiegt. Der mögliche erste Platz, dafür reicht sogar ein Unentschieden, ist die eine Sache. Die andere Sache ist, dass ein Erfolg noch mehr Selbstvertrauen geben würde. Dänemark scheint jedenfalls schlagbar, Japan hat das bereits unter Beweis gestellt.

Warum sollte also das deutsche Team am Ende nicht als Sieger von der Platte gehen? Die Effizienz von den Außenpositionen, vor dem Start des Turniers vielleicht noch eines der Fragezeichen, ist zum aktuellen Zeitpunkt kein Thema. Der Positionsangriff funktioniert auch deutlich besser als Skeptiker es befürchtet hatten, dank der neuen Breite im Kader. Im halbrechten Rückraum ergänzen sich Viola Leuchter und Maren Weigel sehr gut, Letztere agiert äußerst diszipliniert.

Der Druck liegt jedenfalls eindeutig bei Dänemark, der Co-Gastgeber konnte bislang nur in Ansätzen überzeugen. Die Niederlage gegen Japan zeigte auf, dass die Nerven im dänischen Lager schnell blank liegen können. Louise Burgaard und ihre Kolleginnen lassen vor allem viele Chancen liegen und, was für ihre Verhältnisse sehr ins Auge fällt, machen viele Fehler. Dänemark muss das Spiel gewinnen, um Gruppensieger zu werden. Deutschland kann nur gewinnen.

Fazit: Wenn die Mädels von Markus Gaugisch weiterhin in kritischen Phasen so die Ruhe bewahren und ihre Stärken ausspielen, dann ist es auch an der Zeit endlich die Großen zu schlagen.

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